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FIS Snowboard World Championships: Big Air Qualifikation

00:29 20th January 2013 by Felix Krüger
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Roope Tonteri (FIN), Foto: Oliver Kraus

Québec hat sich die vergangenen Tage von seiner sonnigen Seite gezeigt.  Nun hat das Wetter eine Kehrtwende gemacht: Gestern Abend sanken die Temperaturen auf bis zu -30°, seit Mitternacht schneit es ohne Unterbrechung. Deshalb habe ich mich erstmal ins Warme verkrochen um euch mit ein paar News von den FIS Weltmeisterschaften zu versorgen und euch ein bisschen über die Gegend zu erzählen.

Michael Roy (CAN), Foto: Oliver Kraus

Michael Roy (CAN), Foto: Oliver Kraus

Nachdem die neuen Slopestyle-Weltmeister in Stoneham gekürt wurden stand gestern Abend die Big Air Qualifikation in der Innenstadt von Québec City an. Die Kulisse hätten die Veranstalter nicht besser gewählt haben können: Zwischen zwei Brücken, die normalerweise als Zubringer für den Highway agieren, aber für das Event gesperrt wurden, steht der Big Air. Die Location erinnert an eine postapokalyptische Gladiatoren-Arena irgendwo in einer Industriewüste und strahlt eine ganz besondere Ästhetik aus. Ästhetik wird in Québec ohnehin groß geschrieben. Das sieht man an den Häusern, den Straßen, den Frauen – aber dazu später mehr…

Entsprechend der Temperaturen war der Big Air unglaublich eisig, was es für die Fahrer erschwerte ihre Tricks sauber auszufahren beziehungsweise den Speed im Inrun richtig einzuschätzen. Schmerzlich erfahren musste das Anton Lavrentyev (RUS), der in seinem zweiten Run zunächst auf dem Knuckle des Kickers einschlug, dort Abprallte und gegen den Zaun neben der Landung geschleudert wurde. Einer der heftigsten Slams, die ich bis jetzt bei einem Big Air Contest gesehen habe. Zum Glück ist Anton nichts Ernstes passiert, so dass er die Landung nach einem kurzen Check durch die Sanitäter auf eigenen Beinen verlassen konnte.

Hatte ich schon erwähnt, dass es gestern Abend Kalt war? Trotz sechs (!) Lagen, in die ich mich gehüllt hatte, fühlte ich mich schon nach wenigen Minuten wie ein wandelnder Eiszapfen. Deshalb habe ich mich entschlossen, mit nach dem ersten Heat, in dem sich Seppe Smits (BEL), Mark McMorris (CAN) und Roope Tonteri (FIN) direkt für das Finale qualifiziert haben,  ein warmes Plätzchen zu suchen um die Wartezeit bis zum zweiten Heat zu überbrücken und meinen unterkühlten Kreislauf mit etwas Brennstoff zu versorgen. Einer der Securities empfahl mir ein Schnellrestaurant direkt neben dem Eventgelände, von dem aus man sogar den Kicker sehen konnte. Perfekt!

Seppe Smits (BEL), Foto: Oliver Kraus

Seppe Smits (BEL), Foto: Oliver Kraus

Poutine sind in Bratensauce getränkte Pommes, die anschließend mit ungepresstem Bruch von Cheddarkäse bestreut werden. Dazu isst man Bratwurst oder Hackfleisch – ziemlich pervers und ziemlich lecker. Aufgewärmt und frisch gestärkt war es Zeit für den zweiten Heat. Zurück am Kicker kam ich mit einem japanischen Fotografen ins Gespräch:

“Where are you from?”

“Munich, Germany.”

“Ah, Schweinshaxe. Schwein-s-ha-xe. I like german food.”

Während wir ein wenig weiter über Gott, die Welt, die Autobahn und den Unterschied zwischen einem Wiener Schnitzel und einem Schnitzel Wiener Art plauderten, Qualifizierten sich im mit nur acht Ridern besetzten zweiten und letzten Heat Tor Lundström (SWE), Alexey Sobolev (RUS) und Martin Mykiska (CZE) für das Finale.

An Contest-Programm stand für den Rest des Abends nichts weiter an und so beschloss ich, mich mit meinem Kollegen Tristan vom britischen Whitelines Mag zu treffen, um gemeinsam mit ihm die Stadt zu erkunden. Québec City wurde 1608 gegründet und ist eine der ältesten Städte Amerikas. Besiedelt wurde die Gegend überwiegend von Auswanderern aus dem Norden Frankreichs, die nicht nur Ihre Sprache, sondern auch ihre Architektur mit in die neue Welt gebracht haben. So trifft man immer wieder auf enge Straßenzüge mit kleinen, steinernen Reihenhäusern, die den einen oder anderen Nordeuropäer an die Heimat erinnern dürften. Eines dieser kleinen Häuschen hatte ein golden leuchtendes M über der Tür – wenn Europa irgendwo auf Amerika trifft, dann hier.

Nach ein paar Minuten Fußmarsch standen Tristan und ich vor einer Bar, die uns ein paar Locals empfohlen haben:

Wir haben uns dann erstmal für eine Runde Pool ins Hinterzimmer verkrochen, Haushoch verloren und den Frust darüber in einem nach Bier und Orangen schmeckenden lokalen Gebräu, das in Pitchern ausgeschenkt wird, ertränkt. Irgendwann sind wir mit einem der beiden Musiker aus dem Video ins Gespräch gekommen. Der Kerl konnte nicht nur Akkordeon spielen, sondern auch den Löffel schlagen. Nach einem gemeinsamen Bierchen hat er uns gezeigt, wie man einen Song mit Löffeln begleitet. Wieder was gelernt.

Die Québécois, genauer gesagt die Québécois de Québec, wie man die Einwohner von Québec City nennt, sind unglaublich freundlich, offen, herzlich und aufgeschlossen. Es ist leicht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen (auch auf Englisch, das hier so gut wie jeder spricht) und sie erzählen einem gerne alles, was sie über ihre Heimat wissen. Dieser Aspekt gepaart mit der Tatsache, dass die Frauen in Québec offenbar überdurchschnittlich hübsch sind (da muss irgendwas im Trinkwasser sein…) macht die Stadt noch ein bisschen sympathischer.

poolAls ich kurz vor der Tür war um frische Luft zu schnappen sprach mich ein Mädchen an, das ich trotz meines in diesem Moment leicht getrübten Urteilsvermögens als durchaus attraktiv einstufen würde. Noch bevor ich ihren Namen kannte eröffnette sie mir, dass sie bisexuell ist, sich in ihre beste Freundin verliebt hat und ihre Angebetete nicht so recht von den Vorzügen ihrer sexuellen Orientierung überzeugen kann. Ich zucke nur mit den Achseln als auch schon ihre beste Freundin vor mir steht, sich kurz vorstellte und ihrer Begleiterin die Zunge in den Hals steckte. So löst man hier also Beziehungsprobleme!

Zurück in der Bar wollte ich Tristan gerade von meinen Erlebnissen vor der Tür berichten, als direkt neben uns die plötzlich Fäuste flogen. Als friedliche, angeheiterte (Tristans neues Lieblingswort) Touristen in festen Händen wussten wir beide sofort, dass der richtige Moment gekommen war zurück ins Hotel zu gehen. Falls ihr mal in Québec seid, solltet ihr aber unbedingt nach der Bar “Les Voûtes Napoléon” Ausschau halten!

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